Winsen (Luhe), 14. Januar 2026 – Der SPD-Vorstoß zur Reform der Erbschaftsteuer sorgt bei der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Harburg-Land für massive Kritik. Besonders die geplante Besteuerung von vererbtem Betriebsvermögen mit bis zu 50 Prozent ab einem Schwellenwert von fünf Millionen Euro trifft nach Einschätzung der MIT direkt den unternehmerischen Mittelstand – das Rückgrat der regionalen Wirtschaft.
„Dieser Vorschlag ist ein direkter Angriff auf die wirtschaftliche Substanz unseres Mittelstands“, warnt André Schrader, Kreisvorsitzender der MIT Harburg-Land. „Wenn Nachfolger gezwungen sind, enorme Summen an den Fiskus zu zahlen, fehlt dieses Geld für Investitionen in Innovation, Digitalisierung oder die Sicherung von Arbeitsplätzen – mit fatalen Folgen für unsere Region.“
Die SPD rechnet mit zusätzlichen Staatseinnahmen in Milliardenhöhe – doch das Geld würde direkt aus den Unternehmen gezogen, deren Vermögen oft in Maschinen, Gebäuden oder Fuhrparks gebunden ist. Gerade familiengeführte Betriebe müssten dann Kredite aufnehmen oder Unternehmensanteile verkaufen, nur um die Steuerlast zu bedienen.
„Eine solche Steuer auf gebundenes Vermögen führt zu Schieflagen und Entzug von Handlungsfreiheit – ausgerechnet in einer Zeit, in der Betriebe dringend investieren müssten“, so Schrader weiter. „Gerade in ländlich geprägten Regionen wie dem Landkreis Harburg kann das den Ausschlag geben zwischen Weiterentwicklung und Aufgabe.“
Besonders dramatisch ist die Lage auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung: Über 186.000 Unternehmen stehen in den kommenden Jahren bundesweit zur Übergabe an. Viele Nachfolgen bleiben bereits heute ungelöst – zusätzliche Steuerhürden könnten diesen Trend weiter verschärfen.
„Es geht nicht um Steuervermeidung, sondern um Investitionsfähigkeit“, stellt Schrader klar.
„Wer die wirtschaftliche Kraft von Unternehmen erhalten will, darf sie nicht durch überzogene Steuerforderungen lähmen. Unternehmerisches Eigentum ist kein Luxusgut, sondern Grundlage für Beschäftigung und regionale Wertschöpfung.“
Die MIT Harburg-Land fordert deshalb ein klares politisches Signal: Die Substanz von Unternehmen muss auch im Erbfall geschützt bleiben – insbesondere dann, wenn sie weiter für Arbeitsplätze, Innovation und Wohlstand eingesetzt wird.
