Winsen (Luhe), 06. Oktober 2025 – Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Harburg-Land begrüßt die von der Bundesregierung angekündigte Entschärfung des Lieferkettengesetzes ausdrücklich. Mit der geplanten Einschränkung der Eingriffsrechte des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) werde ein wichtiges Signal gesetzt: weniger Bürokratie, mehr Vertrauen in unternehmerische Verantwortung.
„Das Lieferkettengesetz in seiner bisherigen Form war überambitioniert, praxisfern und eine reale Bedrohung für unsere kleinen und mittelständischen Betriebe – gerade im Landkreis Harburg“, betont André Schrader, Kreisvorsitzender der MIT Harburg-Land. „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, dass die Bundesregierung nun auf die Sorgen der Wirtschaft reagiert.“
Überregulierung verhindert keine Menschenrechte – sie verhindert Arbeitsplätze
Viele kleinere und mittlere Unternehmen in der Region hatten in den letzten Monaten immer wieder auf die Überforderung durch das Gesetz hingewiesen. Die umfangreichen Dokumentations- und Sorgfaltspflichten entlang teils globaler Lieferketten waren für viele nicht leistbar – insbesondere, wenn keine realistische Einflussmöglichkeit auf Zulieferer in Drittländern besteht.
„Wer glaubt, Menschenrechte durch überbordende Bürokratie in Niedersachsen verteidigen zu können, verkennt die Realität globaler Lieferketten. Das Engagement der Unternehmer darf nicht durch pauschales Misstrauen ersetzt werden“, so Schrader weiter.
Wirtschaftlicher Pragmatismus statt politischem Aktivismus
Die MIT Harburg-Land steht klar zur unternehmerischen Verantwortung und zu hohen ethischen Standards in Handel und Produktion. Aber diese müssen verhältnismäßig, umsetzbar und rechtsklar ausgestaltet sein – gerade für den Mittelstand, der nicht über ganze Rechts- oder Compliance-Abteilungen verfügt.
„Wir sagen Ja zu verantwortlichem Wirtschaften, aber Nein zu staatlicher Bevormundung. Die jetzige Korrektur ist ein überfälliger Befreiungsschlag“, betont Schrader. „Unternehmen müssen wieder arbeiten dürfen, statt nur zu dokumentieren.“
Forderung nach weiterer Entbürokratisierung
Die MIT Harburg-Land fordert, das aktuelle Momentum zu nutzen, um weitere wirtschaftsfeindliche Regulierungen auf den Prüfstand zu stellen. Nur durch konsequenten Bürokratieabbau und echte Planbarkeit lassen sich Wachstum, Innovation und Beschäftigung nachhaltig sichern.
