Winsen (Luhe), 27. Juni 2025 – Die Mindestlohnkommission hat beschlossen, den gesetzlichen Mindestlohn in zwei Schritten auf 13,90 Euro im Jahr 2026 und auf 14,60 Euro im Jahr 2027 anzuheben. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Harburg-Land erkennt die Arbeit der Kommission als ausgewogenen Interessenausgleich an – fordert aber zugleich dringende Entlastungen für die Unternehmen im Landkreis Harburg. „Unsere Soziale Marktwirtschaft lebt vom Ausgleich der Interessen. Die Mindestlohnkommission hat trotz öffentlichem Druck eine Entscheidung getroffen, die sich an wirtschaftlichen Fakten und der Tarifentwicklung orientiert. Das ist ein wichtiges Zeichen für die Unabhängigkeit der Institution“, erklärt André Schrader, Kreisvorsitzender der MIT Harburg-Land. „Die Orientierung am Brutto-Medianlohn bringt eine neue Qualität in die Entscheidungsfindung und macht die Erhöhung nachvollziehbar – auch wenn sie viele Unternehmen hart treffen wird.“

Besonders betroffen sind Branchen mit hoher Arbeitsintensität und geringen Margen – Gastronomie, Einzelhandel und Handwerk. Viele dieser Betriebe arbeiten lokal, stehen unter starkem Preisdruck und können höhere Personalkosten nicht einfach weitergeben. „Gerade im ländlichen Raum ist der Mittelstand auf verlässliche und tragfähige Rahmenbedingungen angewiesen. Wenn Löhne steigen, muss auch die Belastung durch Steuern und Bürokratie sinken“, fordert Schrader.

Zudem hat die Erhöhung des Mindestlohns weitreichende Konsequenzen für das gesamte Lohngefüge. „Wenn ein ungelernter Bauhelfer bald fast 14 Euro verdient, wird sich jede gelernte Fachkraft fragen, warum sie für ihre Qualifikation nur wenig mehr bekommt“, warnt Schrader. „Das wird zu berechtigten Forderungen nach Lohnerhöhungen in den mittleren Entgeltgruppen führen – mit entsprechenden Zusatzkosten für die Betriebe.“

Die MIT Harburg-Land begrüßt ausdrücklich, dass sich die Kommission nicht vom Ruf nach einem politisch festgesetzten Mindestlohn von 15 Euro hat leiten lassen. Schrader betont: „Dass die Kommission einem solchen Druck standgehalten hat, verdient Anerkennung. Es zeigt: Sachverstand hat Vorrang vor populistischen Schnellschüssen.“

Die Auswirkungen der Lohnerhöhung werden im Landkreis Harburg besonders spürbar sein. Hier dominieren kleinere und mittlere Betriebe, die auf jeden Euro achten müssen. „Wer Leistung fordert, muss Rahmenbedingungen schaffen, die diese Leistung auch ermöglichen“, so Schrader. „Wir brauchen einen spürbaren Bürokratieabbau, eine gezielte Entlastung bei Sozialabgaben und endlich eine Offensive für wirtschaftliche Freiheit.“

Über die MIT Harburg-Land: Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) ist mit rund 25.000 Mitgliedern der größte parteipolitische Wirtschaftsverband in Deutschland. Sie setzt sich für die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft, Bürokratieabbau und die Stärkung des Mittelstands ein. Der Kreisverband Harburg-Land engagiert sich insbesondere für die wirtschaftlichen Belange der Region.

 

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Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Harburg-Land, Bahnhofstraße 21, 21423 Winsen (Luhe), Tel: 0152 21067362, E-Mail: kontakt@mit-harburg-land.de, Web: mit-harburg-land.de