Sehr geehrte Damen und Herren,

Wie in den vergangenen Jahren, will ich Ihnen auch zum diesjährigen Weihnachtsfest einige meiner Gedanken mitteilen.

Seit einiger Zeit ist endlich wieder einmal eine Wertediskussion,vor allem durch die CDU,initiiert worden. In diesem Jahr wurde dabei oft über das konservative Element der CDU gesprochen. Allerdings wird dieser Begriff doch recht unterschiedlich verstanden.

Dr. Schlarmann hat die konservativen Kernziele beschrieben als

Sicherung bürgerlicher Freiheitenwerteorientiertes HandelnReformfähigkeit von Institutionen.

(Einen ganzen Artikel zu diesem Thema füge ich dieser Mail bei.)

Konservativ sein heißt auch: Nicht grundsätzlich am bisherigen zu hängen, sondern nur das Gute zu behalten und das Bessere zu übernehmen.

Bewahren aber nicht beharren.

Schauen wir uns um. Ich bin sicher, auch Sie finden Dinge, die wir sowohl in unserem persönlichen Umfeld, als auch in den Verwaltungen und in der Politik verbessern können.

Wie gehen wir beispielsweise mit unseren Partnern, mit unseren Kindern und mit Mitarbeitern um? Welche Werte leben wir und welche tragen wir nach außen?

Oder nehmen wir die ganz große Politik. Da wird im Rahmen der Euro-Diskussionen fast ausschließlich über die monetäre Situation geredet. Für mich ist diese aber erst zweitrangig. Die unterschiedlichen Staatsfinanzen der Euro-Länder sind doch Wirkung aber nicht Ursache.

Wir hätten keine Sorgen mit dem Euro, wenn in jedem Land der Euro-Zone die von Dr. Schlarmann beschriebenen Kernziele gelebt würden.

Klar, auch in Deutschland muß noch viel getan werden, aber noch mehr in den Mittelmeer-Staaten. Dazu gehört ja auch Frankreich und Italien. Diese Länder haben eine andere Mentalität. Wenn sich in Griechenland die Justiz weigert, bei Korruptionen Anklage zu erheben oder in Italien Herr Berlusconi es immer noch schafft, an der Macht zu sein, dann sind das nur einige Beispiele, die als eigentliche Ursachen viel mehr auf den Tisch gehören.

Primär müssen also die vorhandenen Gesetze überprüft und natürlich auch beachtet werden. Die einzelnen Staaten müssen für ihre Einhaltung notfalls auch mit dem entsprechenden Druck sorgen. Dann kann man auch vorsichtig diverse Sparmaßnahmen einführen,ohne dabei die Wirtschaft unnötig zu schwächen. Die augenblicklich geforderten brachialen Haushaltssanierungen sind hoch gefährlich für die Wirtschaft.

Aber ich will nicht nur schimpfen. Erst recht nicht zur Weihnachtszeit. Denn, egal wie die Lage ist, sollten wir neben allen Problemen auch stets nach positiven Elementen suchen.

Der Optimist kommt besser durchs Leben.

Im vergangenen Jahr habe ich versucht, den Begriff „Glück” mathematisch zu definieren. Heute will ich das gleiche mit dem „Optimisten” versuchen.

Wenn bei jemand in einem definierten Zeitraum –sagen wir in einer normal ablaufenden Woche- mehr als 50 Prozent aller Signale, die er aussendet, positiv sind, ist er ein Optimist.

Mit „Signale” meine ich alle Signale. Also neben der Sprache natürlich auch Gestik, Mimik, Geruch usw.

Warum sage ich das. Ich beobachte immer wieder, wie leichtfertig Menschen ohne Notwendigkeit Negativsignale aussenden und dann die Stimmung unnötig verschlechtern.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen auch im Namen des MIT-Vorstandes ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr 2011.

Ihr

Wilfried Uhlmann