Wir alle sind von einer globalen Krise betroffen, welche es in der Nachkriegszeit so noch
nicht gegeben hat. Menschen erleben persönliche Not durch eigene Krankheit oder den
Verlust von Angehörigen und nahestehenden Menschen. Wenn wir den Blick zum Beispiel
nach Italien, Frankreich, Spanien und in die USA nach New York richten, zeigt sich das
ganze erschütternde Ausmaß dieser Pandemie und deren Folgen.
Experten mahnen, dass wir uns erst am Anfang dieser Krise befinden. Und darum muss
alles getan werden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Wir sehen erste
Erfolge von den starken Kontaktbeschränkungen. In Italien scheint sich ein Plateau zu
entwickeln, was die Neuinfektionen angeht. Das gibt Anlass zu zaghafter Hoffnung.
Auch in Deutschland scheinen die Zahlen dafür zu sprechen, dass wir auf einem guten Weg
sind. Insbesondere zeigt sich nach unserer Auffassung, dass unser Gesundheitssystem gut
ist und dass wir gut vorbereitet sind und gut reagieren. Unser Dank gilt all den Menschen, die
in den Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen arbeiten. Ebenso den
hauptamtlichen und ehrenamtlichen Personen in den Rettungsdiensten, den Feuerwehren,
der Polizei und sonstigen Organisationen, die sich gerade jetzt besonders engagieren. Das
gibt uns das Gefühl, hier in Deutschland, in Niedersachsen und hier im Landkreis Harburg
gut aufgehoben zu sein.
Ebenso ist die Leistung von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Landwirtschaft
hervorzuheben. Was hier in kürzester Zeit geschaffen und erreicht wurde, verdient höchste
Anerkennung. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs ist
sichergestellt. Auch das ist keine Selbstverständlichkeit.
Bund und Länder haben in kürzester Zeit Hilfsmaßnahmen auf die Beine gestellt, welche
auch kleine Unternehmen, Kleinstunternehmen und Solo-Selbständige berücksichtigt, die
teilweise durch Schließung Ihrer Unternehmen, teilweise durch ein Wegbrechen des Marktes
massiven Umsatzeinbrüchen ausgesetzt sind.
Die Fördermaßnahmen des Landes Niedersachsen und des Bundes für diese Unternehmen
in Form von Liquiditätszuschüssen sind ein gutes Signal und eine echte Hilfe für
Unternehmen, die in ihrer Existenz bedroht sind. Auch die Maßnahmen zur Kurzarbeit sind
eine echte Hilfe, die wirkt.

MIT Harburg-Land dankt der niedersächsischen Landesregierung für
Wiedereröffnung von Baumärkten und Gartencentern ab 4. April

In den vergangenen Tagen wurden zur Reduzierung von sozialen Kontakten im Land
Niedersachsen verschiedene Branchen durch eine Allgemeinverfügung aufgefordert, ihre
Geschäfte zu schließen.
Betroffen waren davon auch Baumärkte und Gartencenter. Privatpersonen durften dort nicht
mehr einkaufen. Geöffnet war nur für Gewerbetreibende. Was jedoch zu Irritationen und
Unverständnis geführt hatte war die Tatsache, dass diese Betriebe in Hamburg weiter
geöffnet haben durften.
Das führte dazu, dass die Kundinnen und Kunden die wenigen Kilometer nach Harburg
gefahren sind, um ihren Bedarf dort zu decken. Gerade in Zeiten, in denen man zuhause
bleiben soll, gibt es offenbar den Wunsch der Menschen, sich handwerklich zu betätigen
oder Garten und Balkon jetzt im beginnenden Frühling zu begrünen. Ein nachvollziehbarer
Wunsch.
Am 1. April wurde nun von der niedersächsischen Landesregierung verkündet, dass ab
Samstag, den 4. April 2020 die Baumärkte und Gartencenter wieder öffnen dürfen. Diese
Nachjustierung der Regelungen zur Kontaktbeschränkung ist richtig und wichtig. Die MIT
Harburg-Land ist hierfür dankbar und bedankt sich insbesondere auch bei unserem
niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann für seinen großen Einsatz für
die Wiedereröffnung dieser Märkte.
MIT im Landkreis Harburg als Ansprechpartner für die heimische Wirtschaft

„Wir als Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Harburg-Land sind auch in dieser Krise
täglich als Ansprechpartner für die Unternehmen im Landkreis dar“, sagt Frank Thöle-Pries
(49), Vorsitzender des MIT Kreisverbands im Landkreis Harburg.
„Die Situation ist für nahezu alle Branchen und Unternehmen einschneidend und es braucht
neben der Unterstützung von Bund und Ländern einen langen Atem, Solidarität und
Vertrauen in die getroffenen Maßnahmen“, so Thöle-Pries.
Viele Unternehmen sehen sich derzeit mit starken Umsatzrückgängen konfrontiert, welche
neben den Unternehmensergebnissen auch deren Liquidität massiv belastet. Hier ist die MIT
auf Bundes- und auf Landesebene bereits sehr aktiv und arbeitet gemeinsam mit Politik und
Verwaltung an Lösungen.
„Das Wegbrechen von Angebots- und Nachfragemärkten trifft momentan nahezu alle
Branchen und damit auch die gesamte Wirtschaft“, stellt Frank Thöle-Pries fest. „Es gibt
jedoch darüber hinaus bedingt durch die Krise weitere Effekte, welche man sich unseres
Erachtens anschauen sollte.“
So sind zum Beispiel Reisebüros nicht nur betroffen, weil derzeit aufgrund der weltweiten
Reisewarnungen und der Kontaktbeschränkungen kaum Reisen nachgefragt werden. Bereits
gebuchte Reisen werden storniert und nach § 651h Abs. 3 und 5 BGB muss ein Reisebüro
innerhalb von zwei Wochen den bereits gezahlten Reisepreis erstatten.

Die Reisebüros müssen also den Kaufpreis für die Reise an die KundInnen zurückzahlen,
den sie jedoch meist gar nicht mehr auf dem eigenen Konto haben. In der Zwischenzeit
haben die Reisebüros davon nämlich Flugtickets, Hotels und Reiseveranstalter bezahlt.
Das wäre unproblematisch, wenn die Airlines, Hotels und Veranstalter dieses Geld an die
Reisebüros erstatten würden. Das erfolgt jedoch in Zeiten der Coronakrise in vielen Fällen
nicht. Die Erstattungsbedingungen von großen Fluggesellschaften sind aufgrund der
Pandemie so angepasst worden, dass anstelle einer Rückzahlung des Ticketpreises nun
Gutscheine auf den Namen des Reisenden ausgestellt werden.
Dies hilft den Reisebüros jedoch in keinster Weise, da diese ja den Reisepreis in Geld
erstatten mussten.
Die MIT Harburg-Land sieht die Problematik und hat das Thema bereits auf Landes- und
Bundesebene vorgetragen, wo Lösungen erarbeitet werden.
„Im ersten Schritt empfehlen wir, dass Unternehmen eine Kreditfinanzierung bei der KfW
beantragen. Bei einer Tilgung innerhalb von zwei Jahren bleibt diese zinslos. In einer
zweiten Phase, nachdem der Peak der Infektionsraten erreicht ist und wieder etwas Ruhe
einkehrt, halten wir es für sinnvoll, dass sich Branchenverbände der Reisebüros,
Verbraucherschützer, Airlines und Reiseveranstalter – vielleicht moderiert durch die Politik –
auf Lösungen verständigt“, so Frank Thöle-Pries. „Zur Abdeckung der Betriebsausgaben hilft
darüber hinaus eine Antragstellung bei der niedersächsischen NBank bezüglich der
Liquiditätszuschüsse von Land und Bund.“