MIT Harburg-Land: Neue Wege. Nach der Liquiditätskrise brauchen wir langfristig öffentliche geförderte Innovationsfonds

Die Metropolregion Hamburg und der Landkreis Harburg verfügen über ein florierendes Netzwerk von Unternehmensgründern und jungen Unternehmen. Doch damit könnte es schon bald vorbei sein!

Deshalb fordert die MIT Harburg-Land nach der Liquiditätskrise in Folge der CORONA-Krise Innovationsfonds mit Beteiligung der öffentlichen Hand zur Sicherung der erfolgreichen Zukunft junger Unternehmen in der Region durch Wagniskapital.

Mut und Innovationsfreude der Verantwortlichen der Kommunen und regionalen Banken ist genauso gefragt wie von Bund und Land.

Noch vor wenigen Monaten brachte Wirtschaftsminister Peter Altmaier seine Gründungsoffensive voran. „Lebendiges Unternehmertum in Deutschland Gründung und Nachfolge fördern“, waren die Schlagworte.

Inzwischen sind vor dem Hintergrund der CORONA-Krise diese Worte in den Hintergrund getreten. Die derzeitige Politik wirft das Gründertum durch die Konzentration auf zurückzuzahlende Liquiditätshilfen weit zurück.

Doch diese Einschätzung ist ein schwerer Fehler. Gerade jetzt sind Unternehmen in der Gründungsphase von entscheidender Bedeutung. Die Relevanz für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung ist nicht zu unterschätzen.

Gerade junge Unternehmen arbeiten derzeit an zahlreichen innovativen Lösungen im Zusammenhang mit COVID-19. IT, medizinische Forschung, Produktion und Technik können Wege aufzeigen, den Virus zu besiegen. Investitionen in Innovationen und Forschung stehen jedoch im Widerspruch zur Rückzahlung von Krediten.

Carsten Tippe, Mitglied im Vorstand der MIT des Landkreises Harburg und der MIT Niedersachsen stellt fest: “Es sind oft nicht kurzfristige Liquiditätsengpässe das Problem der jungen Unternehmen, sondern Eigen- und Wagniskapital als Garant für den langfristigen Erfolg.“ Hier sind Innovationen von Bund, Land und Kommunen im Verbund mit den regional orientierten Sparkassen und Banken gefragt.

Nach der ersten Bewältigung von Liquiditätskrisen als Folge der COVID-19 Pandemie, sind Innovationsfonds mit Beteiligung der öffentlichen Hand zu fordern. Diese sollten die Aufgabe haben, die zukünftige Entwicklung erfolgversprechender junger Unternehmen durch Kreditvergabe, Beteiligungen und aktive Beratung zu fördern.

Es muss zukünftig die Möglichkeit geschaffen werden, privates Risikokapital einzuwerben, dass neben einer durch Bund, Land oder Kommunen garantierten Mindestverzinsung, eine erfolgsabhängige Beteiligung am Erfolg der Unternehmen ermöglicht. So kann auch bisher auf Sparbüchern gehortetes Kapital volkswirtschaftlich produktiv und ohne Verlustrisiko für den einzelnen eingesetzt werden.  

Erfolgreiche Ansätze dieser Strukturen sind über Private-Equity-Gesellschaften hinaus lange bekannt. Auch wenn die Privatisierung der ehemaligen DDR nicht immer optimal verlaufen ist, muss dieser Prozess insgesamt als erfolgreich bezeichnet werden. Hierin kann eine Blaupause für die Bewältigung der weitaus größeren wirtschaftlichen Herausforderungen nach der CORONA-Krise gesehen werden.

Zur Person

Der Winsener Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Carsten Tippe (52) ist geschäftsführender Gesellschafter einer auf den Mittelstand ausgerichteten Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft (AGORA Carsten Tippe GmbH) mit Sitz in Hamburg-Harburg. Hier steht – neben „normalen“ steuerlichen Aspekten – des Mittelstandes regelmäßig der tägliche Umgang mit Fragen der Digitalisierung im Fokus. Sie ist mehr als die Einführung von EDV. Sie bedeutet die Anpassung vertrauter interner Abläufe und das Denken in die Zukunft. Wie wird Digitalisierung meinen Markt verändern? Wird sich mein Beschaffungsmarkt anpassen? Wie muss ich mit den Mitarbeitern umgehen? Kurz gesagt, das betriebliche Wertesystem steht neben dem Menschen im Fokus der Arbeit. Hierbei helfen die Techniken des Wirtschaftsmediators Lösungsansätze zu erarbeiten. Nur wenn alle beteiligten Seiten einen Vorteil in den Lösungswegen erkennen, können diese auch in der digitalen Welt erfolgreich sein. Dies gilt für Kunden, Lieferanten und die eigenen Mitarbeiter!