Kreisverband der MIT Harburg-Land

Der Landkreis Harburg mit der Kreisstadt Winsen (Luhe) grenzt an Hamburg und gehört zu den wirtschaftsstärksten Regionen Niedersachsens mit niedrigster Arbeitslosigkeit und höchster Kaufkraft. Mit 125 Mitgliedern ist die MIT Harburg Land die stärkste Vertretung im BV Nordostniedersachsen.

Vorsitzende der MIT Harburg-Land:

Heinrich Sturke, Neu Wulmstorf                    1973 – 1976

Werner Biesterfeld, Seevetal                        1976 – 1991

Ernst Mahnke, Winsen (Luhe)                       1991 – 1993

Jürgen A. Schulz, Asendorf                           1993 – 1997

Dorothea Wagner, Brackel                           1997 – 1998

Dr. Josef Schlarmann, Winsen (Luhe)             1998 – 2005

Wilfried Uhlmann, Buchholz i.d.N.                  2006 – 2019

Dr. Heiner Austrup/Carsten Tippe (komm.)     2019 – 2020

Frank Thöle-Pries, Buchholz i.d.N.                 2020 – dato

Im Landkreis Harburg haben wenige Konzerne ihren Sitz. Entsprechend hoch ist die Bedeutung der mittelständischen Wirtschaft. Früh wünschten sich die vielen überwiegend familiengeführten Unternehmen eine Vertretung gegenüber Politik und Verwaltung in der Region. Das ist bis heute der Grundkonsens der MIT Harburg-Land. Stolz ist man hier auch darauf, von 2005 bis 2013 den Bundesvorsitzenden der MIT gestellt zu haben. Dr. Josef Schlarmann galt mit seiner Expertise als anerkannter Gesprächspartner aber auch Mahner der Bundesregierung.

Auf Ortsebene mischt sich der Kreisverband mit Fach- und Sachkompetenz gern in kommunalpolitische Belange ein. Dabei hilft das in den Jahrzehnten aufgebaute Netzwerk. Dem gepflegten Meinungsaustausch dient der jährliche und mit zumeist mehr als 100 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung bestens besuchte „Parlamentarische Abend“.

Eine weitere Konstante ist das seit mehr als 20 Jahren vom Kreisverband organisierte „Chefpraktikum“. SchülerInnen der BBS und IGS des Landkreises erhalten die Gelegenheit, in einer Projektwoche Chefinnen und Chefs mittelständischer Unternehmen zu begleiten. So lernen junge Menschen den Mittelstand und Unternehmertum hautnah und unverstellt kennen.

Weitere auch branchenbezogene Veranstaltungsformate tragen zur Bindung der Unternehmen untereinander bei und greifen jeweils aktuelle Themen auf. Heute wird ein breites Meinungsspektrum dadurch gewahrt, dass Vorstandsitzungen stets unter Beteiligung des erweiterten Vorstandes stattfinden.

Der Vorsitzende, Frank Thöle-Pries, im Gespräch mit Werner Biesterfeld, Gründungsmitglied, Vorsitzender in der Zeit von 1976 – 1991 und auch heute noch im Vorstand aktiv:

T-P: Herr Biesterfeld, erinnern Sie sich an die Auslöser, die 1973 zur Gründung der MIT Harburg-Land geführt haben?

B: Die Bundestagswahl 1972 ging für die Union erneut verloren. Es entstanden seit 1969 in der sozial-liberalen Koalition viele Gesetze und noch mehr Gesetzesvorhaben zulasten der Wirtschaft und der Arbeitgeber. Die Konjunktur schwächelte. Insolvenzen bekannter und kleiner Unternehmen nahmen beträchtlich zu. Wiederholt kam es zu Streiks.

T-P: In der CDU gab zahlreiche Gliederungen, jedoch kein Sprachrohr der Wirtschaft. War auch das ein Beweggrund?

B: Ganz sicher. Wir vermissten eine Vertretung. Wir Unternehmer sahen uns einer Ausweitung der Bürokratie gegenüber. Man konnte z.B. zwar einen Anrufbeantworter kaufen aber gegen den Anschluss an das Telefon stand das Postmonopol. Dieses abzuschaffen war z.B. eine unserer ersten erfolgreichen Initiativen in den Bund hinein. Gute Beziehungen im Land halfen.

T-P: Das ist ein schönes Beispiel! Ich halte als Vorsitzender eines Kreisverbandes viel von dem „Bottom-up-Ansatz“, für die Unternehmen vor Ort direkter Ansprechpartner zu sein. Bund und Land sind in der Gesetzgebung oftmals in einer Helikopterperspektive unterwegs, während wir gemeinsam mit den KMU daran wirken, die praktischen Auswirkungen optimal zu berücksichtigen.

Dabei bleiben wir als MIT Kreisverband auch Mahner und achten kritisch darauf, mit unserer Expertise in Hannover und Berlin gehört zu werden.

Foto

Frank Thöle-Pries (links), Werner Biesterfeld

Foto: W. Seyer